Zur Bedeutung von Zinsstrukturkurven

Die Zinsstrukturkurve ist für Entscheidungsprozesse von Investoren und Anlegern sowie für volkswirtschaftliche Fragestellungen von hoher Bedeutung. Vereinfacht gesagt, zeigt sie den Zusammenhang des Nominalzinses und der Laufzeit an. Die Zinsstrukturkurve wird durch verschiedene Einflussfaktoren bestimmt. Verwendet wird sie in der Geldmarktpolitik, zur Analyse von Marktdaten und zur Berechnung verschiedener Szenarien. Die Zinsstrukturkurve weist unterschiedliche Verläufe auf. Außerdem existieren verschiedene Erklärungstheorien zu den Zinsstrukturverläufen, die jedoch in dieser Ausarbeitung nicht genauer erläutert werden. Der Fokus dieser Arbeit liegt in der Erklärung der Konzeption und Interpretation der Zinsstrukturkurve.

Der Euro-Leitzins ist nicht konjunkturgerecht

Obwohl die EZB ihren wichtigsten Leitzins, den Hauptrefinanzierungssatz, seit 2011 wiederholt gesenkt hat, ist er real seit Herbst 2012 bis Ende 2014 um über 2% gestiegen. Das war eine zu wenig beachtete Ursache des negativen BIP-Wachstums in den Jahren 2012 und 2013 sowie der weiterhin andauernden Wachstumsschwäche. Ungewollt wurden im Euroraum die Wachstumswirkungen durchgeführter Strukturreformen geldpolitisch gebremst.